Trip to Sandbostel

Liebe Freunde und alle Interessenten,
am 6. August 2010 werden wir mit den Teilnehmern des Workcamps in Neuengamme einen ganztägigen Ausflug nach Sandbostel machen und möchten Sie ganz herzlich einladen, mitzukommen. Wir besuchen die Gedenkstätte, wo die Möglichkeit besteht, an einer deutschen oder englischen Führung teilzunehmen. Wir werden Blumen an der Kriegsgräberstätte niederlegen, wo die Toten des Lagers beerdigt sind, deren Zahl bis heute nicht abschließend geklärt ist.

Programm für den 6.August:

10.00 – Treffen am S-Bahn Bahnhof Bergedorf, Ausgang zum Busbahnhof, Abfahrt.
12.00 – Führung durch die Gedenkstätte mit dem Leiter der Gedenkstätte Andreas Ehresmann.
Im Anschluss Besuch am Friedhof.
Rückkehr voraussichtlich 18h.

Ansprechpartner:
Da die Anzahl der Plätze im Bus begrenzt ist, bitten wir Sie darum, uns kurz Bescheid zu sagen.
Martin Reiter: reiter_martin(at)gmx.de, 0176-21819437

Unkostenbeitrag:
12, – für die Busfahrt Bergedorf – Sandbostel und zurück sowie die Führungen in Sandbostel
Ermäßigungen sind möglich, bitte Martin kontaktieren.

Zur Geschichte des Ortes:
Im September 1939 gelangten einige tausend Polen als erste Kriegsgefangene in das abseits in einer Moorlandschaft zwischen Elbe und Weser gelegene Lager Sandbostel. Im Stalag X B (Mannschafts-Stammlager B im Wehrkreis X) waren bis zu seiner Befreiung im April 1945 viele Hunderttausende von Menschen aus großen Teilen der Welt untergebracht (manche nur für einige Tage, andere für mehrere Jahre): Kriegsgefangene, vornehmlich aus der Sowjetunion, Frankreich, Polen, Jugoslawien und Großbritannien, italienische Militärinternierte, Angehörige der britischen Handelsmarine, Teilnehmerinnen am Warschauer Aufstand von 1944 und zuletzt auch etwa 10.000 KZ-Häftlinge.  Die Kriegsgefangenen wurden an zahlreichen Orten in der norddeutschen Kriegswirtschaft eingesetzt.
Zu einem Massensterben durch Hunger, Seuchen, Erschöpfung und Gewalt kam es im Herbst und Winter 1941/42 unter den sowjetischen Kriegsgefangenen sowie im April/Mai 1945 unter den nach Sandbostel verschleppten KZ-Häftlingen. Die Toten des Lagers sind auf dem etwa zwei Kilometer östlich des Lagers gelegenen Friedhof (heute „Kriegsgräberstätte“) beerdigt. Ihre Zahl ist bis heute nicht abschließend geklärt. Die Schätzungen schwanken zwischen 8.000 und 50.000 Toten. Auch die Nachkriegsgeschichte ist erwähnenswert: Nachdem die britischen Truppen zunächst mehrere Areale wegen einer Typhusepidemie niedergebrannt hatten, wurden bis 1948 einige tausend SS-und NS-Führer in Sandbostel interniert.
In den Jahren 1952 bis 1960 dienten die bis dahin noch existierenden Baulichkeiten als Durchgangslager für jugendliche DDR-Flüchtlinge. 1974 wurden die Teile des Lagergeländes, die noch nicht in Ackerland zurückverwandelt worden waren, zum „Gewerbegebiet Immenhain“ erklärt. Die 25 bis heute zumindest in den Grundstrukturen erhaltenen Gebäude des Stalags X B stehen seit 1992 (mit wenigen Ausnahmen) unter Denkmalschutz.
Die sowjetische Militäradministration ließ im Sommer 1945  auf dem Friedhof Sandbostel ein Ehrenmal für die dort beerdigten Rotarmisten errichten. 1949 wurde der gesamte Friedhof einplaniert und umgegraben. Danach wurden die 53 sowjetischen Massengrabreihen oberirdisch auf einer wesentlich kleineren Fläche zu (heute 14) „Sammelgräbern“ zusammengelegt; die Grabanlage entspricht also z. T. nicht der tatsächlichen Lage der Toten. 1956 wurde auch die Umbettung von fast 3000 KZ-Häftlingen aus Massengräbern in der Region auf den Friedhof Sandbostel im Wesentlichen abgeschlossen. Die Überreste der nichtsowjetischen Kriegsgefangenen wurden größtenteils in ihre Heimatländer, die der Italiener auf den Zentralfriedhof in Hamburg-Öjendorf überführt. Heute befinden sich noch etwa 150 Einzelgräber von polnischen, jugoslawischen und unbekannten Kriegsgefangenen auf dem Friedhof.
Im Dezember 2004 wurde die „Stiftung Lager Sandbostel“ gegründet mit dem Auftrag, „auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag XB in Sandbostel eine Dokumentations-, Gedenk- und Begegnungsstätte zu errichten.“

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